
Sehr geehrter Benzinpreis
22. März, 2010ich möchte Sie mit diesem Schreiben ausdrücklich dazu auffordern, Ihre Drogen wegzuschmeißen.
Mir gefällt es, Sie Montag morgens auf einem normalen Niveau zu sehen, wohingegen ich Sie bereits gegen Mittag in einem künstlichen Hoch wiederfinde, von dem Sie die nächsten fünf bis sechs Tage nicht mehr herunterkommen. Wie kann es sein, dass Sie innerhalb eines Vormittags plötzlich wie ein Vogel am Himmel zu fliegen scheinen, wo Sie doch normalerweise auf die Erde gehören?
Künstlich ‘high’ zu sein, ist auf Dauer nichts erstrebenswertes. Es ist ein falsches Gefühl. Es ändert sich nichts. Vorherige Probleme sind nach Ihrem Hoch trotzdem noch da, vielleicht sogar in einer weitaus stärkeren Form.
Ich habe das Gefühl, Sie fühlen sich dabei wie eine Art Gott. Sie fühlen sich, als könnten Sie alles bestimmen und die Leute würden Ihnen folgen. Ich möchte Ihnen mal die traurige Wahrheit vor Augen führen: Nein. Nein, Sie sind kein Gott. Nein, Sie können die Leute nicht nach Ihrem Wunsch manipulieren. Nicht in Ihrer Situation.
Auf Dauer verlieren Sie all Ihre Freunde. Niemand wird Sie mehr mögen. Mit der Zeit wird Sie nicht einmal mehr irgendjemand brauchen. Es gibt da auch andere Leute, die das gleiche Ziel haben wie Sie. Der einzige Unterschied ist, dass diese Leute (z.B. Wasserstoff oder Strom) keinen so großen Bekanntheitsgrad haben wie Sie.
Sie sind auch nicht mehr der Jüngste, schließlich sind die Leute schon gut und gerne um die einhundert Jahre auf Sie angewiesen. Und innerhalb des letzten Jahrzehnts scheinen Sie diese Position regelrecht auszunutzen.
Sie spielen die Aufmerksamkeitshure, aber Sie wissen, dass Sie das eines Tages bereuen werden. Und zwar genau dann, wenn es Sie nicht mehr gibt, was gut und gerne innerhalb der nächsten 50-70 Jahre so sein könnte. Eine Zeit, die ich selbst sogar noch miterleben kann. Und wenn diese Zeit kommt, werde ich auf Ihr Grab pinkeln. Ich werde auf Ihren Grabstein zeigen und lachen. Lachen, weil ich ab diesem Zeitpunkt vermutlich mehr mit Ihren weniger beachteten Kollegen Gas, Wasserstoff und Strom rumhängen werde. Nicht nur, weil diese günstiger sind als Sie, sondern auch die Umwelt auf Dauer weitaus weniger belasten werden.
Sie sind ein habgieriges, geldgeiles Monster, das nichts weiter im Sinn hat, mehr Reichtümer zu scheffeln, als Sie es nötig haben. Aber jedes Monster wird eines Tages von einem Helden erlegt.
Noch haben Sie die Möglichkeit, es zu ändern. Schmeißen Sie die Drogen weg. Kommen Sie los von Ihren künstlichen Hochs. Das Leben ist auch ohne diese noch lebenswert.
Oder wie erklären Sie’s sich, wenn der Spritpreis zwischen 8:00 und 10:00 Uhr morgens plötzlich um 10 Cent ansteigt?!
Mit freundlichen Grüßen
Ein betroffener Kunde
Mal ehrlich, du kannst doch überall hinlaufen, wo du hinmusst. Ausser zu mir, und DA nimmste eh die Deutsche Bahn. :O